Die weltweite Finanzkrise zieht ihre Kreise und noch immer weiß niemand vorherzusagen, welche Folgen auf die Weltwirtschaft und die Welt an sich die Katastrophe haben wird: Im Moment stützen die Einzelstaaten ihre jeweilige Volkswirtschaft durch massive Zuwendungen, die indes auf den Schultern einer Generation noch nicht einmal geborener Menschen ausgetragen werden. Die Verschuldung der Staaten übersteigt jedes Maß an Verantwortung und wird nicht ewig aufrecht erhalten werden können. Maßnahmen wie das Kurzarbeitergeld, mit dem in Deutschland eine Legion von Arbeitnehmern künstlich im Brot gehalten werden, sind dauerhaft nicht finanzierbar und gleichen einer Wette in der vagen Hoffnung auf ein Aufleben der Konjunktur. Entsprechend sind auch die Aktienkurse längst zum Spielball internationaler Wettgemeinschaften geworden, die aus der Krise profitieren möchten.
Die Krise nahm, wie die meisten Krisen der Welt, ihren Ausgang in den USA. Der hemmungslose Lebensstil der US-Bürger führt zu einer geradezu unfassbaren Verschuldung des Einzelnen, der davon nichts bemerkt, da ihm oder ihr immer neue Kreditkarten zur Verfügung gestellt werden. Das amerikanische Denkmodell, nach dem überbordender Konsum sich selbst finanzieren kann, ist gescheitert.
Amerikanische Banken haben dies zuerst begriffen und haben ihre Schulden in schwer durchschaubaren Produkten rund um den Globus verteilt. Der Rest der Welt bezahlt nun die nicht finanzierten Raten von Einfamilienhäusern in den USA, während der Konsum dort weitergeht, bis die nächste Blase platzt. Der weltgrößte Importeur fremder Dienstleistungen terrorisiert den Rest der Welt mit einer als gottgegeben betrachteten Gier nach immer mehr, beansprucht aber eine moralische Führungsrolle in den Vereinten Nationen.
Als globaler Spielplatz der Spekulanten sind die Börsen von der US-Verschuldung besonders betroffen. Börsen spiegeln die Erwartungen und Hoffnungen der Menschen wieder und ihr Vertrauen in die Stabilität der Wirtschaft. Die Finanzkrise hat dazu
geführt, dass der normale Anleger die Übersicht verliert:
Die weltweite Vernetzung der börsennotierten Konzerne führt dazu, dass beinahe jedes Unternehmen von der Krise betroffen ist, auch, wenn das Unternehmen an und für sich nichts mit den Vereinigten Staaten zu tun hat. Entsprechend gibt es an den Börsen panikartige Reaktionen, aber auch das Gebaren finanzschwerer Spekulanten, die Aktien aufkaufen, um die Krise auszusitzen und hernach von den steigenden Kursen profitieren zu können.
Besonders kompliziert wird die gegenwärtige Krise durch die Tatsache, dass die einzelnen Regierungen ihre Wirtschaft stützen, so dass es schwer möglich ist, die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Konzerns abzuwägen und sich für eine Anlage zu entscheiden. Insbesondere ist nicht vorherzusagen, wann die verschiedenen Staaten die Unterstützung maroder Banken und davon abhängigen Betrieben einstellen müssen. Die Börsen verkommen zu einem vollkommen regellosen Casino.
Das Misstrauen der Banken untereinander und gegenüber der Wirtschaft führt inzwischen im Verbund mit dem staatlichen Interventionismus dazu, dass die Banken sich Geld von den Staaten leihen, dies aber nicht an die Unternehmen weitergeben. Sie sparen sich an ihrem eigenen Versagen gesund, so dass die am meisten steigenden Aktienkurse derzeit bei den Geldhäusern zu verzeichnen sind. Das offenkundige Misstrauen der Banken in die Leistungsfähigkeit der Betriebe führt zu einer zunehmenden Anzahl an und für sich nicht mehr zahlungsfähiger Unternehmen, die nun erst recht zum Spekulationsobjekt werden. Die Krise scheint sich selbst zu befeuern und ein Ende ist kaum in Sicht.
Die Tatsache, dass verschiedene Staaten ihre Währungen künstlich auf einem gewissen Kurs halten, macht das weltweite Spiel um so attraktiver und beeinflusst die Aktienkurse in einer nicht marktgerechten Form. Es ist die hohe Zeit der Spieler, während die übrige Welt die Rechnung zu bezahlen hat.
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