Die durch die Wirtschaftskrise wieder steigende Arbeitslosigkeit wirft bei vielen Menschen die Frage nach den rechtlichen Regelungen zur Altersvorsorge im Rahmen einer Scheidung auf. Das ist verständlich, denn die Statistiken einiger Jahrzehnte beweisen, dass die Scheidungsquote unter Arbeitslosen besonders hoch ist. Das betrifft sowohl Paare, bei denen einer der Partner arbeitslos ist, als auch Paare, bei denen beide gekündigt worden sind.
Der Ausgleich der Altersvorsorge ist besonders bei den Paaren interessant, bei denen die ganze Familie vom Einkommen eines Ehepartners leben musste. Ist das Einkommen eines der Partner nämlich so hoch, dass daraus der Lebensunterhalt der Bedarfsgemeinschaft bestritten werden kann, dann bekommt der Ehepartner keine Leistungen vom Arbeitsamt. Die Krankenversicherung ist als beitragsfreie Familienversicherung möglich, wenn der arbeitende Partner seine Versicherungen bei einer gesetzlichen Krankenkasse abgeschlossen hat. Doch werden in dieser Zeit keine Beiträge in die gesetzliche Altersvorsorge des arbeitslosen Partners eingezahlt.
Deshalb wird im Rahmen einer Ehescheidung ein so genannter Versorgungsausgleich durchgeführt. Dabei werden die während der Ehezeit von den Partnern erworbenen Ansprüche auf die gesetzliche Altersvorsorge gegeneinander aufgerechnet. Das bedeutet in der Praxis, das derjenige Partner, der während der Ehe keinen Rentenanspruch erwerben konnte, Anspruchsanteile des Partners übertragen bekommt, so dass beide rentenrechtlich für die Ehezeit gleich gestellt werden. Damit trägt man auch der Tatsache Rechnung, dass viele Ehefrauen auf Grund eines guten Einkommens des Mannes sich dazu entschließen, längere Zeit zu Gunsten der Erziehung der Kinder aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Im Rahmen der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung bei einer Scheidung werden auch Versicherungen zur Altersvorsorge mit berücksichtigt, die privat abgeschlossen worden sind und bei denen einer der Partner bevorteilt worden ist.
Ähnliche Blog Beiträge
- Gelungene Kombinationen zur Altersvorsorge Wer heute seine Altersvorsorge auf nur eine Säule steht, der ist auf jeden Fall nicht gut beraten. Einige europäische Nachbarländer haben gute Modelle entwickelt, bei denen zum Beispiel ein Drittel...
- Tagesgeld und Altersvorsorge im Hinblick auf die Finanzkrise Das Schreckgespenst Finanzkrise hat nun auch die Bundesrepublik mit voller Wucht erreicht. Blickte man bislang kopfschüttelnd Richtung USA und kritisierte halsbrecherische Finanzgeschäfte und blindlings vergebene Darlehen, zeigt sich jetzt immer...
- Deutsche legen weniger Wert auf die Altersvorsorge Die private Altersvorsorge gehört nach wie vor zu den Bereichen, in die deutsche Haushalte sehr viel Geld investieren. Allerdings sind deutliche Einbußen zu verzeichnen, wenn man die aktuellen Zahlen mit...
- Bei der Altersvorsorge auch auf die Inflation achten Die Jugend ist laut einer Studie der Deutschen Bank durchaus bereit, Geld zu sparen und für das Alter beiseite zu legen. Die 14- bis 25-jährigen packen durchschnittlich 90 Euro monatlich...
- Kapital bildende Versicherungen als Altersvorsorge Als Selbstständiger ist man gefordert, wenn es um die Absicherung der Bezüge im Alter geht. Nicht wenige Menschen tun das über eine hohe Lebensversicherung. Doch was passiert, wenn man wegen...
- Mallorca: Kredit soll einen Ausgleich schaffen Die Regierung schuldet den Rathäusern auf den Inseln noch knapp 40 Millionen Euro. Um dies zu bezahlen werden nun Kredita aufgenommen. Durch die wirtschaftliche Situation waren die Zahlungen der Regierung...
- Das Festgeld als flexible Altersvorsorge Festgeld Anlagen sind im Moment stark im Kommen und werden immer häufiger auch als Altersvorsorge eingesetzt. Das hat einen guten Grund. Mit dem Festgeld kann man sich ein Stück weit...
- Riester Rente Heutzutage ist es in Deutschland so, das ein immer weiter sinkendes Rentenniveau zu verzeichnen ist. Somit wird im Alter die gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen, um eine Lebensführung wie gewohnt...