Darlehen für die Baufinanzierung sind oft sehr teuer, so dass Kreditnehmer stets auf der Suche nach günstigen Alternativen sind. Eine dieser Alternativen sind Fremdwährungsdarlehen. Diese Darlehen werden, wie der Name schon vermuten lässt, nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung aufgenommen. Üblich sind hierbei sowohl Kredite in Schweizer Franken als auch in japanischen Yen. Dabei wird nicht nur die Aufnahme des Kredites in der Fremdwährung vorgenommen, auch die Rückzahlung sowie die Zahlung der Zinsen müssen in der jeweiligen Währung vorgenommen werden.
Fremdwährungsdarlehen werden genutzt, um die Zinsbelastung der Baufinanzierung möglichst gering zu halten. Da die Darlehen im jeweiligen Land aufgenommen werden, wird auch der hier geltende Zinssatz zugrunde gelegt. Dieser Zinssatz kann sich in fremden Ländern deutlich vom europäischen Zins unterscheiden, denn die Zinspolitik der Zentralbanken kann sehr unterschiedlich sein. Die Zinsentscheidungen sind hierbei abhängig von den wirtschaftlichen Faktoren des Landes sowie der Inflationsrate. Gerade in Ländern wie der Schweiz oder in Japan lag das Zinsniveau lange Zeit unter dem deutschen Zinsniveau, so dass die Darlehen einige Prozentpunkte günstiger abgeschlossen werden konnten.
Und obwohl auch die Europäische Zentralbank die Zinsen in ihrer Sitzung vom Juni 2009 auf 1% gesenkt hat, liegen die Konditionen deutscher Banken noch immer über denen der Schweiz sowie Japans.
Somit ist es nach wie vor möglich, Fremdwährungsdarlehen zu deutlich günstigeren Konditionen aufzunehmen und so während der Laufzeit der Darlehen einige Zehntausend Euro einsparen zu können. So vergibt die Interhyp beispielsweise Fremdwährungsdarlehen zu Zinsen, die um 40% reduziert sind, die SwissHyp vermittelt Schweizer Darlehen ab einem Zins von 2,5% p.a. Im Vergleich hierzu müssen Kreditnehmer bei erstrangigen Darlehen in Deutschland Zinssätze von um 4% p.a. bezahlen. Dabei sei jedoch bemerkt, dass die Zinsen für Fremdwährungsdarlehen in der Regel variabel vereinbart werden und sich bei Veränderungen der Leitzinsen auch der Darlehenszins ändern kann.
In Deutschland hingegen werden die Zinsen in den meisten Fällen zumindest für einen Zeitraum von zehn Jahren fest abgeschlossen, so dass das Zinsänderungsrisiko gering ist. Durch die variable Zinsvereinbarung jedoch können Fremdwährungsdarlehen jederzeit ohne Kündigung zurückgezahlt werden, auch Sondertilgungen sind zu jeder Zeit möglich. Bei deutschen Darlehen ist eine Kündigung während der Zeit der Zinsbindung nahezu ausgeschlossen, die Rückzahlung kann nur durch Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung erfolgen.
Neben der Möglichkeit, Zinsen einzusparen sowie der Flexibilität können Fremdwährungsdarlehen auch Währungsgewinne sowie Währungsverluste aufweisen. Schließlich werden die Darlehen in einer fremden Währung abgeschlossen, die ebenfalls Schwankungen unterliegt. Sinkt der Wert der Währung, sinkt gleichzeitig auch sofort die Darlehensschuld, und zwar ohne, dass Tilgungen geleistet werden. Auf der anderen Seite jedoch wird die Darlehensschuld größer, wenn der Wert der Währung im Vergleich zum Euro steigt. Somit müssen höhere Summen zurückgezahlt werden, was auch zu höheren Monatsbelastungen führen kann.
Die Rückzahlung von Fremdwährungsdarlehen kann auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen. In der Regel wird beim Abschluss des Darlehens ebenfalls ein Tilgungsersatz abgeschlossen, zumeist als Rentenversicherung oder als Fondssparplan. Dieser Tilgungsersatz wird während der Laufzeit des Darlehens angespart, für das Darlehen sind allein die Zinsen zu bezahlen. Ist das Darlehen abgelaufen, wird es in einer Summe durch Auszahlung des Sparplanes zurückgezahlt. Sollte der Sparplan überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet haben und es verbleibt nach Rückzahlung des Darlehens ein Restbetrag, wird dieser an den Darlehensnehmer ausgezahlt.
Durch das endfällige Darlehen wird das Währungsrisiko natürlich auf das Ende der Laufzeit verschoben, was sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann.
Die zweite Möglichkeit der Rückzahlung ist die monatliche Tilgung. Hierbei wird ein bestimmter Tilgungssatz vereinbart, der dann monatlich fällig wird. Somit wird die Rückzahlung monatlich auch zu einem jeweils unterschiedlichen Währungskurs fällig, durch die regelmäßigen Zahlungen kann ein durchschnittlicher Währungskurs erreicht werden, wodurch sich Währungsschwankungen nicht so stark auswirken.
Da Fremdwährungsdarlehen neben Vorteilen also auch Risiken bieten, werden sie nur an Kreditnehmer vergeben, die diese Risiken finanziell abfedern können. So werden die Fremdwährungsdarlehen bei Interhyp beispielsweise nur ab einer Summe von 150.000 Euro vergeben, der Beleihungswert des Objektes darf 70% nicht überschreiten. Kreditnehmer müssen zudem über ein gutes bis sehr gutes Einkommen verfügen, um eventuelle Zinserhöhungen oder Währungsschwankungen ausgleichen zu können. Die Richtwerte für ein Darlehen von 200.000 Euro liegen dabei bei etwa 3.000 – 3.300 Euro Nettoeinkommen monatlich.
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