Wer sich heute dazu entschließt, seine Altersvorsorge in Form von Aktien oder anderen Wertpapieren anzulegen, der geht ein deutlich höheres Risiko als vor Beginn der Finanzkrise ein. Zu diesem Ergebnis kommt man, wenn man sich die Statistiken der angemeldeten Insolvenzen anschaut und den Experten von Schufa, Creditreform und Co. genau zuhört. Eigentlich hatte man gedacht, dass das Jahr 2003 mit etwas weniger als 40.000 deutschen Insolvenzen für lange Zeit den Rekord halten würde. Doch angesichts der neuerlichen Pleitewelle, die von den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise verursacht wird, scheint sich das Jahr 2009 zum neuen Rekordhalter aufschwingen zu wollen.
Wer also seine Altersvorsorge spekulativ aufbauen möchte, der sollte sich genau anschauen, in welche Unternehmen er investiert. Zu den spektakulären Fällen der letzten Tage und Wochen gehört nicht nur der Autobauer Opel, sondern auch Arcandor, bei dem man bis zur letzten Minute gehofft hatte, den drohenden Konkurs abwenden zu können. Aktien als Altersvorsorge bergen im Moment gleich in doppelter Hinsicht ein Risiko, denn nicht nur durch wegbrechende Absatzmärkte werden die Unternehmen existentiell bedroht, sondern die Gefahr macht sich auch zunehmend in Form von Zahlungsausfällen von den eigenen Kunden bemerkbar.
Hier kann es auch zu den gefürchteten Dominoeffekten kommen, bei denen vom Endproduzenten bis zum Rohstofflieferanten eine ganze Produktionskette betroffen sein kann. Allein im Jahr 2008 mussten vierzig Milliarden Euro an Zahlungsausfällen von den Unternehmen kompensiert werden. Für 2009 wird hier von den Finanz- und Wirtschaftsexperten sogar mit einer deutlich steigenden Tendenz gerechnet. Dazu trägt auch bei, dass die Inkassobüros beim Ankauf von Forderungen deutlich vorsichtiger als bisher agieren.
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