Die Abgeltungssteuer kommt. Daran führt wohl kein Weg vorbei. Dividenden und Kursgewinne werden ab dem 1. Januar 2009 nicht mehr mit dem persönlichen Steuersatz belegt bzw. bleiben ganz steuerfrei, sondern unterliegen der Abgeltungssteuer, die samt Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer rund 28,625 Prozent beträgt. Verschont bleibt man nur, wenn Aktien noch vor dem 31. Dezember dieses Jahres gekauft werden. Einige Banken bieten daher „Steuersparmodelle“ an, die auf einem Darlehen fußen. Statt eigenes Kapital einzubringen, soll ein günstiger Kredit hohe Gewinne bei niedriger Steuer bringen. Eine Idee, die mit Vorsicht zu genießen ist.
Würde man zehn Jahre lang jeden Monat 500 Euro in einen Aktiensparplan investieren, der eine angenommene Rendite von acht Prozent im Jahr bringt, käme man auf rund 90.106 Euro. Davon wären 30.106 Euro zu versteuern, sofern es sich um reine Kursgewinne handelt. Abzüglich der Abgeltungssteuer und dem Solidaritätszuschlag in Höhe von etwas 7940 Euro blieben unter Strich insgesamt etwas mehr als 81.000 Euro an Guthaben. Um diesen Steuerverlust zu umgehen, raten Banken, statt 500 Euro für einen Sparplan aufzubringen, die gleiche Summe zur Tilgung eines Ratenkredites zu nutzen. Bei zehn Jahren und einem Kreditzins von 5,00 Prozent per anno könnte die Bank rund 47.000 Euro auf einen Schlag in Aktien investieren, die sich nach 120 Monaten bei einer guten Rendite auf über 101.000 Euro anwachsen könnten. Der Steuervorteil läge bei rund 19.600 Euro.
Ganz so einfach wie das klingt, ist es allerdings nicht. Es gibt einige Stolpersteine, über die man sich im Klaren sein sollte, auch wenn es sich um einen günstigen Kredit handelt. Einerseits muss man monatlich 500 Euro zahlen. Bei einem Sparplan zieht man notfalls selbst die Reißleine, wenn man nicht mehr in der Lage ist, zu zahlen. Bei einem Kredit ist das unmöglich. Zudem sollte man nicht mit einem Kreditzins von 5,0 Prozent rechnen, wenn man keine Sicherheiten wie eine Immobilie hat. Durch den höheren Zinssatz schrumpft der prognostizierte Gewinn deutlich. Abgezogen werden müssen zudem Ausgabeaufschläge und teilweise Gebühren für das Management der Investmentfonds. Und sollten neben reinen Kursgewinnen auch Dividenden anfallen, unterliegen sie der Abgeltungssteuer. Experten raten daher davon ab, Aktien auf Pump zu kaufen und einen Kredit für die Geldanlage aufzunehmen. Es bliebe zwar ein etwas höherer Gewinn, wenn alles glatt läuft. Doch eine Garantie wird keine Bank ausstellen.
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