Im Rahmen der Baufinanzierung stellt sich Kunden die Frage, auf welche Zinsbindungsfristen sie sich einlassen sollen, um den Kredit möglichst günstig zu bekommen. Fünf Jahre oder doch lieber zehn? Aktuell lautet der Tipp ganz klar: Lange Zinsbindung. Das ist eher ungewöhnlich, denn bisher war es genau umgekehrt. Eine solche Situation, dass Kredite mit kurzer Zinssicherheit teurer waren, gab es zuletzt zu Beginn der 90er Jahre. Für den Darlehensnehmer hat das den Vorteil, dass er weitaus besser, weil über einen längeren Zeitraum, kalkulieren kann.
Der Unterschied zwischen der fünf- und einer zehnjährigen Bindung ist zwar nur gering – 4,8 Prozent bei zehn Jahren und rund 4,82 Prozent bei fünf Jahren –, doch auch 0,02 Prozentpunkte machen sich letztlich auf dem Konto bemerkbar. Denn ein Baukredit läuft über relativ hohe Summen, bei denen schon kleinste Differenzen die Kalkulation beeinflussen. Dass sich das Bild am Markt für Baufinanzierungen derart geändert hat, ist eine Entwicklung, die von Experten schon seit einigen Jahren beobachtet wird. Lang- und kurzfristige Varianten nähern sich immer weiter an. Da waren es allerdings noch 0,2 bis 1,0 Prozent mehr, die man für längere Zinsbindung bezahlen musste, weshalb die Fünfjahres-Variante noch interessanter war.
Entstanden ist die aktuelle Lage am Markt für Immobiliendarlehen durch die hohe Inflation. Sie hat die Notenbank veranlasst, die kurzfristigen Zinsen anzuheben. Ein zweiter Faktor, der ins Spiel kommen kann, ist eine bevorstehende Konjunkturschwäche. In einem solchen Fall investieren die Teilnehmer am Finanzmarkt vermehrt in langfristige Zinspapiere, deren Renditen dadurch nach unten gedrückt werden.
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