Die Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank fand am Donnerstag dieser Woche statt und wurde mit Spannung erwartet. Analysten und Experten kreisten um die Frage, ob Mario Draghi, der aktuelle Direktor der EZB, eine weitere Leitzinssenkung ankündigen würde.
Weiterhin 1,0 %
Viele Experten forderten, den Leitzins weiter abzusenken, um die Konjunktur anzuschieben. Sinkt nämlich der Zinssatz der EZB, werden Kredite billiger und die Wirtschaft kann schneller wachsen. Auch die positiven Signale vom Anleihenmarkt trugen dazu bei, dass der Leitzins vorerst bei nun 1,0 Prozent bleibt. Mitte der Woche mussten sich Italien und Spanien am Anleihenmarkt frisches Geld besorgen. In der Vergangenheit erreichten beide Länder die kritische Grenze von 7,0 Prozent Zinsen für neues Geld. Auf die Dauer ist dieser Satz zu hoch, um Staatsschulden finanzieren zu können. Doch die Lage entspannte sich: Sowohl Italien als auch Spanien konnte die Papiere für weit weniger Zinsen am Markt platzieren. Die Mittelmeerländer schafften es, ihre Anleihen für rund die Hälfte des Zinssatzes, der bei den letzten Auktionen verlangt wurde, an die Händler zu bringen.
Weitere Zinssenkungen möglich
Ob die EZB die Zinsen noch weiter senkt, wird von den Entwicklungen der nächsten Monate abhängen. Im November hat die EZB 500 Milliarden Euro an die Banken der EU zu äußerst günstigen Konditionen verliehen, um eine Kreditklemme zu verhindern. Die EZB selbst gab an, dass die Finanzstabilität im Euro-Raum zurzeit ebenso gefährdet sei wie bei der Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers im Jahr 2008.
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