Die Präsidenten einiger Sozialverbände haben es in ihrem letzten Treffen auf den Punkt gebracht: Die derzeitige staatliche Rentenpolitik sorgt dafür, dass demnächst viele Menschen ohne eine zusätzliche private Altersvorsorge in die Altersarmut rutschen werden. Bereits jetzt sind mehr als 700.000 Senioren auf Zuschüsse zum Lebensunterhalt angewiesen. Und das obwohl ein großer Teil der Rentner noch von guten Löhnen und niedrigen Arbeitslosenzahlen profitieren kann. Auch die im Osten Deutschland gezahlten Bergbaurenten und die Bezüge aus der Freiwilligen Zusatzrente der ehemaligen DDR sorgen dort noch für ein gutes Polster. Das wird sich bei der nächsten Rentnergeneration dramatisch ändern. Zu dem Schluss kam auch Adolf Bauer. Er ist Präsident des Sozialverbandes Deutschland und macht dafür vor allem die Einführung der Grundsicherung verantwortlich.
Doch die Präsidenten der Sozialverbände machten auch deutlich, wie sich die Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und langjährige Selbstständigkeit auf die weitere Entwicklung der Altersvorsorge auswirken werden. Sie forderten vor allem, dass die Zeiten der Arbeitslosigkeit bei der Berechnung der Rentenentgeltpunkte höher bewertet werden müssten. Eine klare Gefahr für die Altersvorsorge geht auch von den Hartz IV Richtlinien aus. Im letzten Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende hatten die Kapital bildenden Lebensversicherungen im Hinblick auf die Altersvorsorge Hochkonjunktur. Wer auf diese Weise vorgesorgt hat und jetzt langzeitarbeitslos wird, der wird für seine Weitsicht bestraft, denn er muss bis auf einen lächerlichen Freibetrag diese Art der Altersvorsorge verwerten, ehe er Hartz IV Leistungen bezieht. Davon sind vor allem Selbstständige mittleren Alters betroffen, weil man bei ihnen davon ausgeht, dass sie sich künftig neue Rentenanwartschaften erwerben können.
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