Darlehen für Studenten, vergeben von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), finden immer mehr Akzeptanz. Seit 2006 bietet die KfW ihren Studienkredit an und hat bislang 43.000 Hochschüler vom Konzept überzeugen können. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe, sieht damit die Strategie bestätigt, auch jenen Abiturienten den Weg für das Studium freizumachen, deren Eltern nicht vermögend sind: „Mit dem KfW-Studienkredit gibt es keinen Grund mehr, ein Studium alleine aus finanziellen Gründen nicht anzunehmen.“
Von den zwei Millionen Studierenden haben sich rund 1,8 Prozent für das Angebot entschieden. Immer noch relativ wenig, wenn man bedenkt, dass 25 Prozent ihre Finanzspritze über das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten. Dass sich der Studentenkredit noch nicht weiter durchsetzen konnte, dürfte an den Kosten liegen. Denn das Darlehen ist teurer als BAföG, das als zinsloser Kredit gewährt wird und zu maximal 50 Prozent zurückgezahlt werden muss. Für den Studienkredit der KfW fallen derzeit sechs Prozent Zinsen an. Wird das Darlehen zur Finanzierung des Lebensunterhaltes benötigt, kommt die KfW auf einen Anteil von 47 Prozent. Sie zahlt im Schnitt 477 Euro monatlich an die Studierenden aus.
Besonders begehrt ist der Kredit für Studenten in den Fachbereichen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Jura. Eher zurückhaltend zeigen sich die Naturwissenschaftler und Mathematiker. Die Voraussetzungen für das Darlehen sind relativ einfach zu erfüllen. Die Studierenden dürfen nicht älter als 30 Jahre sein und es muss sich um das erste Studium handeln. Eine Bonitätsprüfung wie bei anderen Ratenkrediten üblich, entfällt. Lediglich bei einer Privatinsolvenz des Studierenden lehnt die KfW ab. Trotz der Bemühungen liegt die Bundesrepublik im Vergleich zu Nordeuropa noch weit hinten, geht es um die Studienanfängerquote. Sie ist mit 35 Prozent zu niedrig.
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