Wenn man auf die Proklamationen der Parteien vor der Bundestagswahl schaut, dann gibt es dazu sehr geteilte Meinungen. Die Bundeskanzlerin und die gesamte CDU wollen am Gesundheitsfons festhalten und für die Stabilität der Beiträge sorgen. Die FDP hält das angesichts des defizitären Bundeshaushalts für verfehlt und möchte ihn am liebsten sofort abschaffen.
Das gefällt der CDU gar nicht, denn nach eigenen Aussagen will man an einem sozial vertretbaren Gesundheitssystem festhalten, zu dem nun mal sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen gehören. Erklärtes Ziel ist, die beitragsfreie Versicherung von Kindern über Steuereinnahmen zu finanzieren. Doch kühlen Rechnern fällt an dieser Stelle die Diskrepanz von sinkenden Steuereinnahmen und steigenden Ausgaben durch verschiedene Förderprogramme ins Auge, die sogar schon die führenden Köpfe des deutschen Instituts für Wirtschaft auf den Plan gerufen hat. Sie gehen ganz offen sogar schon davon aus, dass man zur Stabilisierung des Bundesetats um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht herum kommt. Dabei wird nicht von einem Prozent, sondern gleich von sechs Prozent gesprochen.
Auch bei den Menschen auf der Straße ist die Verunsicherung durch den Wahlkampf zu spüren. Zwar freut man sich über die staatlichen Zuschüsse zur Altersvorsorge, aber man befürchtet, dass vor allem die jüngere Generation aus der gesetzlichen Rentenversicherung überhaupt nichts mehr bekommt, obwohl jetzt Beiträge eingezahlt werden. Die zahlreichen Konkurse im Zusammenhang mit der Finanzkrise, von denen zum Beispiel in den USA auch große Versicherungen betroffen waren, sorgen für zusätzliches Misstrauen, das sich in Deutschland sehr deutlich darin zeigte, dass viele Versicherte ihre Lebensversicherungen kündigten, weil sie Angst um ihr mühsam angespartes Vermögen hatten.
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